Freitag, 12. Mai 2017

Soll ich ein Kinderdepot eröffnen?

Wie einige schon wissen, bin ich der Vater von zwei Söhnen. Irgendwann hat man natürlich alles an Ausstattung und Spielzeug also was macht man am besten mit dem Geld, was die Kinder geschenkt bekommen?
Also Casino Kapitalist bleibt hier wohl nur eine einzige Möglichkeit: Investieren!


Auch meine Kinder sollen natürlich in den Genuss kommen, den Zinseszins zu spüren und später viel mehr Geld zu haben, als sie eingezahlt haben.



Wo ist der Vorteil, wenn ich für mein Kind ein eigenes Depot eröffne?
Der wichtigste Vorteil ist Wohl, dass das Kind dann eine eigene Steuernummer bekommt und damit auch Anrecht auf den Steuerfreibetrag von 801€/Jahr hat. (Der natürlich nicht von dem eigenen Freibetrag abgeht)
Dazu kommt ebenfalls noch der Grundfreibetrag von 8.820 Euro für das Jahr 2017. Im Jahr 2018 soll dieser auf 9.000 Euro erhöht werden.
Wenn der Depotwert allerdings zu groß wird hat man keinen Anspruch mehr auf das Kindergeld und Bafög könnte dann ebenfalls recht schwer werden. Die Werte sind allerdings recht hoch bemessen, so dass dies wohl nur für die Wenigsten interessant sein sollte.

Gibt es auch Nachteile?
Das größte Problem ist meiner Meinung, dass das Geld auch zu 100% dem Kind gehört und es selbst entscheiden kann was es mit dem Geld macht. Vor dem 18. Lebensjahr hat man die volle Kontrolle, dennoch kann man mit dem Geld natürlich nicht machen, was man will.
So kann man, nachdem das Kind 18 Jahre geworden ist nicht mehr entscheiden wofür das Geld genutzt wird. Ob für ein neues Auto, eine Weltreise das ist alles dem Kind überlassen. Ob es direkt das ganze Depot verkauft oder nicht darauf hat man ab 18 keinen Einfluss mehr.
Und genau diesen Einfluss hätte ich aber gerne. Gerade mit 18 Jahren sind sich viele noch überhaupt nicht dem Wert des Geldes bewusst und wie viel sie für was ausgeben sollten. Dementsprechend will ich als Elternteil das Geld lieber selbst verwalten. Dadurch werde ich natürlich später etwas mehr Steuern zahlen müssen, aber diesen Preis zahle ich dafür gerne.
Jedes Kind hat aktuell einen eigenen ETF Sparplan auf das monatlich Geld überwiesen wird und so wird es auch erstmal bleiben.

Wenn es ein neues Auto sein soll dann gibt es ein neues Auto, wenn Geld für die erste Wohnung benötigt wird gibt es auch hier das Geld, denn genau dafür wurde das Geld auch gespart.
Man darf gerade bei den ETFs nicht vergessen, dass es Schwankungen geben wird. Dementsprechend muss man hier aufpassen aber bei einer Haltedauer von zwei Jahrzehnten sehe ich dem ganzen Positiv entgegen. Die Möglichkeit später auf einem sehr hohen Stand auf Tagesgeld umzuschichten besteht ja immer.
Vielleicht sehe ich diese Dinge irgendwann anders aber erstmal reicht noch unser gemeinsamer Freibetrag um keine Steuern zahlen zu müssen. Auch später kann man natürlich Sparpläne und Aktien problemlos übertragen.

Sicherlich werde ich versuchen mein finanzielles Wissen weiterzugeben und dann wird die Zeit zeigen ob es funktioniert hat oder eher nicht 😉





Kommentare:

  1. Was ich dir empfehlen kann: Eröffne trotzdem ein Depot auf ihren Namen, was sie als Sparbuch nutzen können. Die Summe darauf sollte bis zum 18. Geburtstag überschaubar bleiben und z.B. für den Führerschein reichen.

    Eine Freundin von mir wollte neben der Schule auf 450€-Basis arbeiten und bekam wegen ihrer Erträge keinen Job, weil sie sie nicht mehr viel dazu verdienen durfte. Man muss ab einem gewissen Einkommen sich selbst krankenversichern.

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  2. Ja das ist keine schlechte Idee das werde in Zukunft auf jeden Fall noch machen, wenn sie ein klein wenig älter sind :)

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  3. Ist nicht der Grundfreibetrag i.H.v. 8.820€ viel interessanter als lediglich der Steuerfreibetrag von 801€? Warum nennst du nur den einen?

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  4. Hey Tom,
    die Zeile habe ich wirklich vergessen gehabt und ist natürlich mindestens genauso wichtig wie der Steuerfreibetrag. Habe den Post oben jetzt nochmal aktualisiert :)
    Gruß Comper

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