Sonntag, 29. Januar 2017

Finanzielle Freiheit als Familie eine Lüge?

Über dieses Thema wurde in den letzten Wochen in einigen Blogs heftig diskutiert.

Die meisten Personen, die schnell die finanzielle Freiheit erreichen haben entweder ein überdurchschnittlich hohes Einkommen oder eine extrem hohe Sparrate oder sogar beides. Ansonsten ist es nicht möglich mit 30 oder 40 Jahren finanziell frei zu sein. Hinzu kommt natürlich, dass sehr viele der Blogger nicht aus Deutschland sind und sehr gut verdienen im Ausland. Aber auch hier ist es natürlich wichtig zu sehen dass sie dennoch weit unter ihren finanziellen Möglichkeiten leben. 
Das ganze sieht in Deutschland schon wieder etwas schwieriger aus.

Finanzielle Freiheit ganz einfach als Single?
Selbst als Single ist die Finanzielle Freiheit natürlich alles andere als einfach. Natürlich hat man insgesamt weniger Ausgaben als eine Familie. Dementsprechend benötigt man insgesamt weniger Kapital um finanziell frei zu werden. Aber wenn man jeden Monat zwischen 1000 - 2000 Euro entnehmen will oder sogar noch mehr benötigt man schon einiges an Kapital.
Also auch als Single muss man in der Regel einige große Einschränkungen in seinem Leben in Kauf nehmen, wenn man finanziell frei werden will. An den deutschen Bloggern sieht man ja, wie lange es gedauert hat oder noch dauert um finanziell frei zu werden.

Keine Chance als Familie? 
Ich hatte meine aktuelle Situation schon grob umrissen. Unsere Familie besteht aktuell aus meiner Frau, unserem Sohn, unserem Hasen und unserem Hund. Vermutlich sind wir sogar in naher Zukunft zu viert. 

Unser Hündchen  😍





Gerade in der Elternzeit und wenn die Kinder noch sehr klein sind ist das Einkommen wesentlich geringer, also kann auch nicht viel Geld für die finanzielle Freiheit gespart werden. Zusätzlich kosten auch Kinder etwas Geld. (circa 120.000 - 130.00€ bis zum 18. Lebensjahr laut Statistischem Bundesamt) 
Hier sage ich immer: man kann nicht beides haben. Wenn nur noch ein Erwachsener arbeitet ist die Sparrate natürlich sehr klein oder auch gar nicht vorhanden. Aber in der Regel ist die Frau oder der Mann eben auch nicht 10 Jahre in Elternzeit, sondern eher 2 Jahre pro Kind. Das ganze weiß man aber vorher und man sollte das auch im Vorfeld einplanen. Wenn die Frau später wieder arbeiten geht wird auch die Sparrate wieder höher. Wie beim Single gelten aber auch hier die gleichen Bedinungen: Ein riesiges Haus, das neueste Auto und dazu noch die finanzielle Freiheit ist in der Regel eben nicht drinnen. Aber erreichbar ist die Finanzielle Freiheit auch als Familie. 
Was mir nicht so gut gefällt in vielen Blogs oder Kommentaren ist das Denken, dass man sich als Familie gar nichts mehr Leisten kann weil die Kosten explodieren. Weder eine gute Flasche Wein, noch ein Restaurant besuch und an Urlaub ist natürlich erst gar nicht zu denken.

Darf es etwas Rum sein?

Das spiegelt denke ich nicht die Realität wieder und ich denke auch nicht, dass man auf alles nur zugunsten der Sparrate verzichten sollte. Man sollte das Leben auch ein Stück weit genießen und nicht knauserig werden. Ich weiß dass ich diese 3 Dinge sehr schätze und wir diese dementsprechend auch als Familie auf jeden Fall beibehalten werden. Natürlich werde ich in Zukunft auch gerne mal auf unsere Kosten für Urlaub etc eingehen.

Die Kosten als Familie sind in vielen Dingen natürlich etwas höher und das Einkommen im Schnitt etwas geringer da die Frau später sehr häufig nur noch Teilzeit arbeiten geht. Das wird bei uns nicht anders sein. 
Das wichtigste ist meiner Meinung dass man einen soliden Plan hat. Also wie viel Geld brauche ich um finanziell frei zu sein, in welches Produkt/Anlageklasse (ETF, Aktien, P2P-Kredite) will ich investieren und bei wie viel Sparrate pro Monat ist dieses Ziel erreichbar. Hier kann man wunderbar mit den Finanzrechnern und Exel etwas herumspielen.
Um eine bessere Idee zu bekommen wie viel man für welche Dinge ausgibt kann ich nur jedem empfehlen ein Haushaltsbuch zu führen. Nur so kann man ermitteln, wie viel Geld ich jeden Monat zur Verfügung habe.
Trotz der Familie sehe ich das Ziel mit 45 Jahren finanziell frei zu sein nach wie vor als realistisch an und ich werde euch natürlich in den nächsten 15 Jahren mit reichlich Updates dazu versorgen.


















Kommentare:

  1. Bei Tim Schäfer wird über sowas oft heftig diskutiert. Finde es auch albern, wenn jemand meckert (mit Kindern, Auto, Urlaub): "Das ist doch unfair, dass man mit Kindern so viele Opfer bringt und jeder Kinderlose sich dumm und dämlich spart!!"

    Kinder sind ein Privileg. Wenn jeder durchs Kinderkriegen so viel Geld verdienen könnte wie durchs Arbeiten, dann hätten wir bald zwar viele Kinder.. Aber eben keinen mehr, der arbeitet. Außerdem ist es gut, dass es für die Familiengründung eine Hürde gibt. Das ist ähnlich wie mit Haustieren: Angeschafft sind die Tiere schnell, aber wer dafür 800€ zahlen muss und die Haltungskosten kennt, überlegt es sich 2 mal und setzt das Tier nicht so schnell an der nächsten Raststätte ab. Zumal Kinder eine tolle Altersvorsorge sind und in Geld kaum aufzuwiegen.

    AntwortenLöschen
  2. Hi Jenny, sehe das ganze genau so wie du. Die Medaille hat eben immer zwei Seiten und man sollte sich beide Seiten genau ansehen.
    Ich würde für Geld (zum sparen) nie auf ein Kind verzichten wollen. Mit Geld kann man eben nicht alles kaufen...

    AntwortenLöschen